Thema: Hunde-Impfung

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Infektionskrankheiten spielen bei Hunden nach wie vor eine wichtige Rolle. Dies trifft vor allem für junge Tiere zu. Die hervorragende Impfmoral in den letzten Jahrzehnten hat dazu beigetragen, dass gut durchgeimpfte Tiere einen gewissen Basisschutz für die Gesamtpopulationen bewirkt haben. Seuchenausbrüche bleiben daher meist lokal beschränkt und man möchte den Eindruck gewinnen, dass etliche Hundeseuchen mittlerweile ausgerottet sind. Die vermehrte Reisetätigkeit von Tierbesitzern mit ihren Tieren und Importe von Tieren tragen jedoch dazu bei, dass wir immer wieder mit Infektionskrankheiten konfrontiert werden. Nach wie vor kursieren z. B. das Hundestaupe- und das Parvovirus in den heimischen Populationen (Hundestaupevirus auch in den Wildtierpopulationen) oder sie werden mit aus dem Ausland importierten Hunden immer wieder nach Österreich eingeschleppt.

Impfprophylaxe ist also keineswegs eine antiquierte Gesundheitsmaßnahme.

Die letzten Jahre und Jahrzehnte haben allerdings Neuerungen auf dem Gebiet der Impfprophylaxe gebracht. Einerseits hat rege Forschungstätigkeit bei Infektionskrankheiten neue Erkenntnisse erbracht, andererseits wurden Fortschritte in der Vakzineentwicklung erzielt, und die Industrie bringt laufend neue Produkte zur Marktreife. Diesen Erkenntnissen ist Rechnung zu tragen und die gewohnte Praxis, jährlich im Prinzip fast alles zu impfen, ist zu überdenken und zu revidieren. Das Ziel ist, einen möglichst guten Impfschutz zu erreichen und Überimpfen zu vermeiden, um das Risiko für Nebenwirkungen zu minimieren. Auch wenn das Impfschema stets individuell an Alter, Rasse, Lebensart, u.s.w. des Impflings anzupassen ist, wie auch dem lokalen Infektionsdruck, ergibt sich doch folgender „Standart" - Impfplan:

Grundimunisierung 💉

8 Wochen

1. Staupe, Parvo, HCC. Leptospirose, Parainfluenza, Boreliose (auf Wunsch)

12 Wochen

2. Staupe, Parvo, HCC. Leptospirose, Parainfluenza, (Tollwut, wenn nötig), Boreliose

16 Wochen

Tollwut

1 Jahr

Staupe, Parvo, HCC. Leptospirose, Parainfluenza, Tollwut

Auffrischung 💉

jährlich

Leptospirose, Parainfluenza, Boreliose

alle 3 Jahre

Tollwut, Staupe, Parvo, HCC

Besonderes Gewicht kommt der Grundimmunisierung zu. Zum Einen verlaufen Infektionskrankheiten v.a. beim Welpen akut bis perakut, oft mit letalem Ausgang. Zum Anderen bleiben Hunde, die nach solider Grundimmunisierung eine Immunität ausgebildet haben, für Jahre ohne weitere Impfungen geschützt. Und dieser Schutz schützt nicht nur das Einzeltier, sondern auch die gesamte Population. Dies deshalb, weil immune Tiere Erreger in weit geringerem Maß ausscheiden, als andere. Je mehr Tiere einer Population geimpft sind, umso weniger können Krankheitserreger kursieren, desto geringer ist somit der Infektionsdruck für jedes einzelne Individuum. Somit trägt jedes geimpfte Tier zur Senkung des Infektionsdruckes in der Population bei. Eine moderne Impfstrategie verfolgt folgendes Ziel:

So viele Tiere wie möglich sollen geimpft werden (Populationsschutz), aber das einzelne Tier so wenig wie möglich!

Wogegen wird nun geimpft?

Generell unterscheiden wir zwischen »Core-Komponenten« und »Non-Core-Komponenten« der Vakzinen. Unter »Core-Komponenten« versteht man solche, die gegen Erreger gerichtet sind, gegen welche das Einzeltier jederzeit geschützt sein muss. Das sind Erreger, welche schwerwiegende Krankheiten, unter Umständen auch mit tödlichem Ausgang, auslösen, zur epidemieartigen Ausbreitung in der Population neigen, eine Gefahr für den Großteil der Population darstellen oder Zoonosecharakter mit schwerwiegenden Folgen für den Menschen haben. »Non-Core-Komponenten« hingegen sind gegen Erreger gerichtet, die nur Teile der Population bedrohen (abhängig von regionalen Unterschieden, Haltungsformen, Alter, Nutzung, Reisetätigkeit, etc.)

»Core-Komponenten«

»Non-Core-Komponenten«

Hundestaupe, Parvo, Hepatitis contagiosa canis (Ansteckende Leberentzündung, HCC), Tollwut, Leptospirose

Canines Parainfluenzavirus, Bordetella bronchiseptica, Borrelien, Canines Herpesvirus, Canines Coronavirus, Babesia canis, Leishmania infantum

Abschliessend noch eine nicht uninteressante Frage:

Was kostet nun die Impfung?

…oder wirkt sich der verminderte jährliche Impfumfang auf den Preis aus?

Eine Impfvisite verlangt vom Tierarzt umfassendes Knowhow und ist daher in gleicher Weise zu taxieren wie Diagnosenstellung und Therapie im Krankheitsfall. Prinzipiell setzt sich der Preis jeder Visite zusammen aus zeitlichen Aufwand, Arzneimittelaufwand, Verbrauchsmaterialien und Steuer obendrauf. Die Preis des Impfstoffes ist also nur ein Teil der Impfkosten für den Tierbesitzer. Da sich der Apothekenverkaufspreis einer Einzelvakzine kaum von dem eines Kombinationsimpfstoffes unterscheidet,sind die Auswirkungen auf den Gesamtpreis meist nur unwesentlich. 

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